Dies ist ein (unvollständiger) Auszug aus dem gedruckten Buch .

Die Bankrotterklärung des bisherigen IT-Managements: Das Streben nach bimodaler IT zeigt, dass Organisationen grundsätzlich an die innovative Kraft iterativ-agiler Prozesse glauben, diese aber für ihre Kernsysteme aus organisatorischer Unfähigkeit heraus selbst nicht einführen können.

Was bedeutet bimodal?

Seit 2014 hören wir in IT-Diskussionen immer wieder das Stichwort „Bimodale IT“, oder auch „IT der zwei Geschwindigkeiten“. Ein wenig Englisch möchten wir Ihnen diesmal zumuten, damit Sie die volle Schönheit der ursprünglichen Erklärung bimodaler IT direkt in den Worten der Erfinder, der Gartner Group, lesen können:

Definition „Bimodal is the practice of managing two separate, coherent modes of IT delivery, one focused on stability and the other on agility. Mode 1 is traditional and sequential, emphasizing safety and accuracy. Mode 2 is exploratory and nonlinear, emphasizing agility and speed“.1

Legacy bleibt langsam

Bestehende Systeme, die eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für das Unternehmen besitzen (neudeutsch: Legacy-Systeme) sollen Gartner zufolge weiterhin mit etablierten Entwicklungs- und Releaseprozessen nach Modus 1 entwickelt und gepflegt werden, traditionell also in wasserfallartiger Organisation mit zwei bis vier Releases pro Jahr.

Innovation wird schnell

Entwicklung und Betrieb innovativer Systeme in neuen Geschäftsfeldern hingegen, die schnell auf geänderte Anforderungen reagieren müssen, erfolgen im hochgradig agilen Modus 2. Hierbei geht es um neue Märkte und Geschäftsfelder, um neue Kundensegmente und frühzeitiges Feedback von Anwendern und Kunden. Time-to-Market spielt dabei eine prägende Rolle.

Was die bimodale IT verschweigt

Die Gartner-Analysten als Erschaffer des Begriffs „bimodale IT“ bleiben in ihren Ausführungen leider bezüglich des konkreten Vorgehens in Unternehmen viele Antworten schuldig: Sollen Organisationen ihre bestehenden IT-Teams einfach in zwei Gruppen aufteilen oder besser für die Modus-2-Systeme neue Personen einstellen? Vielleicht lieber direkt ein Tochterunternehmen für innovative Systeme gründen? Oder gleich ein passendes Start-up-Unternehmen einkaufen?

Wider die Zweiklassengesellschaft

Die Einführung verschiedener Entwicklungs- und Deployment-Prozesse führt aus unserer Sicht zu einer Zweiklassengesellschaft sowohl bei Entwicklung als auch im Betrieb der Systeme. Damit riskieren Unternehmen eine „Wir-gegen-die“-Mentalität. Statt für die Organisation an einem Strang in dieselbe Richtung zu ziehen, werden Teams beider Modi jeweils ihre eigenen Interessen verfolgen und in Fehler- und Krisenfällen jeweils mit dem Zeigefinger auf die anderen deuten.

Grundsätzlich halten wir den agilen Modus 2 für die wesentlich attraktivere Variante für alle Beteiligten: produktiver, moderner und mit mehr Eigenverantwortung, dazu noch mit der Möglichkeit, an innovativeren Systemen zu arbeiten. Welche motivierten Menschen möchten da in den Modus-1-Teams verbleiben? Wir befürchten massive Demotivation oder Braindrain in Modus-1-Teams.

Fazit

Arbeiten Sie aktiv mit, Ihre Entwicklungs- und Deployment-Prozesse agil und schnell zu gestalten. DevOps und Continuous Delivery sind heute keine Risiken mehr, sondern bewährte Mittel, um Liefergeschwindigkeit und Qualität zu steigern. Erklären Sie Ihrem Management die Nachteile der bimodalen IT.

Wir drücken Ihnen die Daumen für hoffentlich agile Architekturarbeit ohne bipolare – sorry, bimodale – Verwerfungen.

Quellen

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