Dies ist ein (unvollständiger) Auszug aus dem gedruckten Buch .

Total Quality Management (TQM) hat uns eingetrichtert: Qualität von Produkten entsteht durch Überwachen, Prüfen und Verbessern der Prozesse. Zahlreiche Softwareproduktivitätsprogramme wie CMMI und ISO 9000, aber auch Vorgehensmodelle wie das V-Modell und der Rational Unified Process (RUP) stoßen ins gleiche Horn.

Solche Modelle geben uns detaillierte Prozesse vor, mit vielen Einzelaktivitäten und Teil- schritten auf mehreren Verfeinerungsebenen. Sie beschreiben genau die Eingaben und Ausgaben aller Schritte und legen für jede kleine Aufgabe explizit Rollen fest: Wer verantwortet was, wer wirkt mit, wer prüft.

Die Beschreibungen umfassen oftmals hunderte von Seiten. Die Prozessprediger verteidigen diese detaillierte Vorgehensmodelle und kämpfen für deren Einhaltung; um (fast) jeden Preis.

Sie predigen ebetsmühlenartig den Teams das Mantra: HEADV-HEADV-HEADV (Haltet Euch An Diese Vorschriften). Es gibt Prozessverantwortliche, Quality Gates und, zumindest gerüchteweise, rituelle Bestrafungen von Prozessverweigerern.

Warum gibt es keinen Aufstand?

Schuld daran sind die Prozessprediger. Sie machen uns jeden Tag von der Kanzel aus klar, dass wir in der Hölle schmoren werden, wenn wir es wagen werden, vom Vorgehensmodell abzuweichen…

In so manchem Unternehmen fällt es leichter, unter Einhaltung des Vorgehensmodells zu scheitern, als das Risiko auf sich zu nehmen, vom Standardvorgehen abzuweichen. Wenn man scheitert, ist „es“ Schuld, nicht ich!

Verwandte Muster

Prozessprediger verabscheuen strukturierte Faulheit.

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